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Expeditions-Guide

Verantwortungsvolle Fotografie.

In der Antarktis fotografiert es sich leichter als fast überall sonst — die Tiere fliehen nicht, das Licht ist außergewöhnlich, und man hat Zeit. Genau deshalb braucht es Regeln. Dieser Artikel behandelt beides: was technisch funktioniert und was man nicht tun darf.

Die vier Verbote

Die IAATO fasst die Fotografie-Ethik auf einer einzigen Karte zusammen. Vier Dinge stehen unter „Don't" — und jedes davon sieht man leider regelmäßig.

Nicht hinlegen
Sich flach auf den Boden zu legen, um Tiere anzulocken oder sie über sich krabbeln zu lassen, ist untersagt.
Keine Geräusche
Rufen, pfeifen oder klatschen, um die Aufmerksamkeit eines Tieres zu bekommen — verboten.
Nichts zurücklassen
Keine Ausrüstung, kein Material, keine Objektivdeckel. Auch Reinigungstücher bleiben sicher verpackt.
Wege freihalten
Pinguin-Highways niemals blockieren — die ausgetretenen Pfade zwischen Kolonie und Meer.

Der Pinguin-Highway

Der Begriff klingt scherzhaft und beschreibt etwas Ernstes. Pinguine nutzen zwischen ihrer Kolonie und dem Wasser immer dieselben Wege — schmale, tief ausgetretene Rinnen im Schnee, die über Wochen entstehen und den Vögeln Kraft sparen.

Wer sich für ein Foto auf einen solchen Weg stellt, zwingt jeden Vogel zu einem Umweg durch tiefen Schnee. Bei brütenden Tieren, die mehrmals täglich zum Meer und zurück müssen, summiert sich das zu einem echten Energieverlust.

Die Grundregel, die alles ersetzt
Geben Sie Wildtieren immer den Vortritt. Und halten Sie sich an die Abstandsregeln — auch dann, wenn ein Tier von sich aus näher kommt.

Kondensation: das größte technische Problem

Draußen ist es deutlich kälter als im Schiff. Kommt die kalte Ausrüstung zurück an Bord, schlägt sich Feuchtigkeit auf den Linsen und im Gehäuse nieder — und es kann eine Weile dauern, bis man sie wieder gefahrlos benutzen kann.

Der Trick dagegen ist einfach und wird trotzdem selten angewandt: Versiegeln Sie die Ausrüstung vor dem Betreten des Schiffes in einem Plastikbeutel. Die Feuchtigkeit kondensiert dann außen am Beutel, nicht auf der Linse. Erst wenn alles Zimmertemperatur erreicht hat, wird der Beutel geöffnet.

Ergänzend: Silicagel-Beutel in der Fototasche binden Feuchtigkeit. Und lüften Sie die Ausrüstung aus, sobald sie warm ist.

Salzwasser

Der zweite Feind ist Gischt — im Zodiac, am Strand und an Deck. Salzwasser und Elektronik vertragen sich nicht.

Praktisch heißt das: eine wasserdichte Tasche für die Zodiacfahrt, und nach jeder Ausfahrt Gehäuse und Frontlinse mit einem leicht feuchten Tuch abwischen, bevor das Salz antrocknet. Objektivwechsel im offenen Boot sind keine gute Idee.

Akkus und Speicher

Die Ladung von Akkus fällt bei Kälte deutlich schneller ab. Ein Ersatzakku gehört in eine warme Innentasche am Körper — nicht in die Fototasche. So verpassen Sie nicht den einen Moment, auf den Sie zwei Stunden gewartet haben.

Beim Speicher gilt eine simple Erfahrungsregel: Die Routen führen von einem eindrucksvollen Ort zum nächsten, und praktisch alle Gäste fotografieren weit mehr, als sie erwartet hatten. Nehmen Sie reichlich Karten mit — oder eine externe Festplatte als zusätzlichen Speicher.

Stativ

Empfohlen wird ein Stativ mit Kugelkopf oder Neigepanoramakopf, das zur eigenen Ausrüstung passt. Entscheidend ist, dass es Gewicht und Brennweite tatsächlich trägt — ein zu leichtes Stativ unter einem langen Tele ist schlechter als gar keines.

Denken Sie daran, dass auch Stativbeine nach jedem Landgang zur Biosecurity-Kontrolle gehören: Sie standen im Gras, im Schlamm und im Guano.

Belichtung: warum Ihre Bilder grau werden

Der häufigste technische Fehler hat nichts mit Kälte zu tun. Die Belichtungsmessung jeder Kamera geht davon aus, dass ein Motiv im Mittel mittelgrau ist. Eine Szene, die zu großen Teilen aus Schnee besteht, wird deshalb systematisch zu dunkel belichtet.

  • +2/3 bis +1 Blende Belichtungskorrektur holt das Weiß zurück.
  • RAW ist Pflicht. Der Kontrast zwischen weißem Eis und schwarzem Fels sprengt den Umfang eines JPEG.
  • Manueller Fokus bei Schnee und Nebel — der Autofokus findet dort keinen Kontrast.
  • Kurze Verschlusszeiten vom Zodiac aus. Das Boot bewegt sich immer; bei Teleaufnahmen ist 1/1000 s keine Übertreibung.
  • Polarisationsfilter gegen Reflexe auf Wasser und Eis.

Die magischen Stunden

Im Hochsommer herrscht rund um die Uhr Tageslicht — die Sonne steht dann aber nachts tief. Die besten Bilder entstehen deshalb meist zwischen 22:00 und 04:00 Uhr: langes Seitenlicht, warme Töne auf Eis und Fels, ruhigere See und deutlich weniger Menschen an Deck.

Im Dezember lässt sich selbst um Mitternacht fotografieren. Ab März kehrt die nächtliche Dunkelheit zurück — dafür gibt es dann Nachtfrost-Muster im dünnen Meereis.

Drohnen

Unbemannte Luftfahrzeuge dürfen nicht in der Nähe von Wildtieren eingesetzt werden, und das Überfliegen von Vogel- und Säugetierkolonien ist zu vermeiden. In der Praxis untersagen die Veranstalter den Einsatz an Bord grundsätzlich — die Frage stellt sich vor Ort also nicht.

Häufige Fragen zur Fotografie in der Antarktis

Was ist beim Fotografieren von Wildtieren verboten?

Sich hinzulegen oder Tiere zu ermutigen, auf einen zu krabbeln; Geräusche zu machen, um Aufmerksamkeit zu erregen; Ausrüstung zurückzulassen; und Pinguin-Highways zu blockieren.

Was ist ein Pinguin-Highway?

Ein ausgetretener Pfad zwischen Kolonie und Meer, oft eine schmale Rinne im Schnee. Er darf nie blockiert werden — sonst müssen die Vögel Umwege durch tiefen Schnee nehmen.

Wie verhindert man Kondensation an der Kamera?

Die kalte Ausrüstung vor dem Betreten des Schiffes in einem Plastikbeutel versiegeln, damit die Feuchtigkeit außen kondensiert. Silicagel-Beutel in der Fototasche helfen zusätzlich.

Warum halten Akkus bei Kälte schlechter?

Die Ladung fällt deutlich schneller ab. Ein Ersatzakku gehört in eine warme Innentasche am Körper.

Wie schützt man die Kamera vor Salzwasser?

Wasserdichte Tasche im Zodiac, nach jeder Ausfahrt Gehäuse und Frontlinse mit einem leicht feuchten Tuch abwischen. Objektivwechsel im offenen Boot vermeiden.

Wie viele Speicherkarten braucht man?

Deutlich mehr als erwartet. Empfohlen werden reichlich Karten oder eine externe Festplatte als zusätzlicher Speicher.

Welches Stativ eignet sich?

Eines mit Kugelkopf oder Neigepanoramakopf, das Gewicht und Brennweite der eigenen Ausrüstung tatsächlich trägt.

Warum werden Antarktis-Fotos zu dunkel?

Weil die Belichtungsmessung Schnee für mittleres Grau hält. Eine Korrektur von +2/3 bis +1 Blende bringt das Weiß zurück; RAW ist wegen des Kontrastumfangs Pflicht.

Sind Drohnen erlaubt?

Nicht in der Nähe von Wildtieren, und Kolonien dürfen nicht überflogen werden. Die Veranstalter untersagen den Einsatz an Bord grundsätzlich.

Was ist die beste Tageszeit?

Im Hochsommer die späten Abend- und frühen Nachtstunden — tiefe Sonne, weiches Seitenlicht, weniger Menschen an Deck.

Mehrere unserer Reisen sind speziell auf Fotografen zugeschnitten — mit Workshops an Bord und längeren Zeiten an den Motiv-Hotspots.
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