Deutschsprachige Grönland-Kreuzfahrten
Grönland ist unter den arktischen Zielen dasjenige mit dem höchsten Anteil durchgehend deutschsprachiger Reisen. Das hat einen praktischen Grund: Die Routen führen durch dünn besiedeltes Gebiet, die Anlandungen sind anspruchsvoll, und mehrere Veranstalter legen ihre Grönland-Termine bewusst für den deutschsprachigen Markt auf.
Spürbar wird die Sprache vor allem bei den Lektorenvorträgen. In Grönland geht es um Gletscherdynamik und Kalbungsraten, um die Geologie des ältesten Gesteins der Erde und um die Kultur der Inuit — Themen mit einem Fachvokabular, das man auch auf Deutsch erst einmal sortieren muss. Wer solche Vorträge in seiner Muttersprache hört, nimmt spürbar mehr mit als bei einer Übersetzung im Kopf.
Wer sich für Grönland interessiert, sollte zuerst die Küstenfrage klären — Ost oder West —, denn davon hängt ab, welche Schiffe überhaupt in Frage kommen und wie viele davon deutschsprachig fahren.
Die drei Sprachstufen im Vergleich
So verteilen sich die 40 Reisen in diesem Gebiet.
| Stufe | Was das heißt | Reisen |
|---|---|---|
| Durchgehend deutschsprachig | Vortraege, Anlandungen und Bordinformationen auf Deutsch. Die Reise ist von vornherein für den deutschsprachigen Markt aufgelegt. | 20 |
| Deutsch als Hauptsprache | Deutschsprachige Expeditionsleitung, einzelne Fachvortraege zusaetzlich auf Englisch. In der Praxis kommen Sie ohne Englisch aus. | 17 |
| Englisch mit deutscher Betreuung | Bordsprache ist Englisch, ein deutschsprachiger Guide begleitet die Gruppe und uebersetzt bei Vortraegen und Anlandungen. | 3 |
Diese Schiffe fahren deutschsprachig
Sortiert nach der Zahl deutschsprachiger Termine in diesem Gebiet.
| Schiff | Gäste | Reisen | ab |
|---|---|---|---|
MS Cape Race
|
12 | 17 | 9.175 € |
MS Sea Spirit
|
114 | 9 | 8.095 € |
MS Plancius
|
108 | 5 | 5.450 € |
HANSEATIC inspiration
|
230 | 3 | 11.040 € |
| HANSEATIC spirit | 230 | 2 | 9.790 € |
MS Fridtjof Nansen
|
530 | 2 | 7.715 € |
MS Hondius
|
170 | 1 | 7.900 € |
MS Roald Amundsen
|
500 | 1 | 10.445 € |
Was heißt „deutschsprachig“ bei einer Grönland-Kreuzfahrt?
Wir unterscheiden drei Stufen. Durchgehend deutschsprachig heißt: Vorträge, Briefings und Bordinformationen auf Deutsch. Deutsch als Hauptsprache bedeutet deutschsprachige Expeditionsleitung mit einzelnen englischen Fachvorträgen. Englisch mit deutscher Betreuung heißt, dass an Bord Englisch gesprochen wird und ein deutschsprachiger Guide Ihre Gruppe begleitet. In Grönland liegt der Schwerpunkt auf den ersten beiden Stufen — hier sind mehr Reisen von vornherein deutschsprachig aufgelegt als in jedem anderen Polargebiet.
Welches ist das kleinste deutschsprachige Schiff in Grönland?
Die MS Cape Race mit zwölf Gästen. Reiseveranstalter für den deutschsprachigen Raum ist Leguan Reisen — gebucht wird ausschließlich über uns. Das Schiff fährt Ostgrönland um Kulusuk und den Sermilik-Fjord, die Diskobucht, Südgrönland ab Narsarsuaq sowie den entlegenen Nordwesten bis Upernavik und Qaanaaq. Bei zwölf Gästen, sieben Crewmitgliedern und zwei Expeditionsguides ist das keine Kreuzfahrt im üblichen Sinn, sondern eine geführte Expedition mit festem Bett.
Welche Schiffe fahren deutschsprachig nach Grönland?
Die MS Cape Race stellt den größten Teil der deutschsprachigen Grönland-Termine, gefolgt von der MS Sea Spirit mit 114 Gästen und der MS Plancius mit 108. Dazu kommen die HANSEATIC-Schiffe von Hapag-Lloyd, die durchgehend deutschsprachig fahren und mit 230 Gästen das komfortablere Ende abdecken. Für Ostgrönland und den Scoresbysund sind die kleinen Schiffe die Regel, für Westgrönland und längere Routen Richtung Island kommen auch die größeren in Frage.
Was kostet eine deutschsprachige Grönland-Kreuzfahrt?
Die günstigsten deutschsprachigen Termine beginnen bei etwa 5.500 € pro Person, der übliche Rahmen liegt zwischen 7.000 € und 16.000 €, je nach Küstenabschnitt, Schiff und Kabine. Die Reisen dauern zehn bis 21 Tage. Ostgrönland ist wegen der aufwendigeren Anreise und der kürzeren Saison meist teurer als Westgrönland. Flüge nach Kangerlussuaq, Narsarsuaq oder Kulusuk sind bei einem Teil der Reisen enthalten — das steht bei jeder Reise einzeln.
Deutschsprachige Reisen im Programm
Die 12 günstigsten Termine von insgesamt 40 — nach Preis sortiert.
Deutsch als Hauptsprache
Deutsch als Hauptsprache
Deutsch als Hauptsprache
Deutsch als Hauptsprache
Englisch mit deutscher Betreuung
Deutsch als Hauptsprache
Deutsch als Hauptsprache
Deutsch als Hauptsprache
Englisch mit deutscher Betreuung
Durchgehend deutschsprachig
Durchgehend deutschsprachig
Durchgehend deutschsprachig Was 11 Bordlogbücher über Grönland verraten
Diese Zahlen stammen nicht aus einem Katalog, sondern aus den Bordbüchern der MS Cape Race: 11 Grönland-Reisen der Jahre 2025 und 2026, 133 Tage mit Wetteraufzeichnung, jeweils morgens an Bord gemessen.
Der arktische Sommer in Westgrönland ist milder, als die Breitengrade vermuten lassen: In 133 aufgezeichneten Reisetagen lag die Morgentemperatur an Bord im Mittel bei 6 °C, an nur einem einzigen Tag unter null. An 13 Prozent der Tage wurden 10 °C und mehr gemessen.
Buckelwale sind in zehn von elf Logbüchern verzeichnet, Robben in acht, Polarfüchse in sieben. Rentiere und Eisbären tauchen in jeweils sechs Fahrtberichten auf — Eisbären allerdings überwiegend in den nördlichen und ostgrönländischen Routen.
Der nördlichste in diesen zwei Jahren erreichte Punkt lag bei 72,3° Nord, in der Region um Uummannaq. Nordlichter sind erst in den Septemberfahrten dokumentiert; im Juni und Juli verhindert die Mitternachtssonne jede Beobachtung.
Drei Tage aus den Logbüchern
Die folgenden Auszüge stammen wörtlich aus den Bordlogbüchern der MS Cape Race. Datum, Position und Wetter sind die an Bord protokollierten Werte.
Wir wachten auf zu blauem Himmel und spiegelglatter See. Es war vollkommen still, nur leise Geräusche vom Schiff waren zu hören. Die Cape Race glitt langsam und lautlos in den Íngiafjord hinein, als wolle sie den Morgen nicht stören. Durch die runden Bullaugen konnten wir beim Frühstück die ersten Eisschollen vorbeiziehen sehen. Als wir um eine Ecke fuhren, lag der Íngia-Gletscher direkt vor uns — gewaltig und still, und dahinter erstreckte sich das Inlandeis wie ein weißer, unendlicher Horizont. Zwischen den Gipfeln hingen Gletscher wie gefrorene Flüsse, und lange, dünne Wasserfälle flossen in Streifen die Berghänge hinab.
Oben nahmen sie sich drei Minuten der Stille — um den Geräuschen der Arktis zu lauschen. Am Abend wurde die Sauna aufgeheizt. Während wir draußen warteten, tauchte ein Finnwal auf — dann noch einer, dann ein dritter. Schließlich waren es so viele, dass wir sie nicht mehr zählen konnten. Wir standen lange auf dem Deck, hörten das Schnaufen der Wale, sahen sie an der Oberfläche auftauchen und wieder in die Tiefe gleiten. Am nächsten Morgen saßen wir in Liegestühlen in der Sommersonne und fragten uns: Sind wir wirklich in der hohen Arktis?
Achtzig Kilometer lang ist der Sermilikfjord, und an seinem Ende steht der Helheimgletscher, einer der produktivsten Grönlands. Was er abgibt, treibt langsam nach draußen: Eisberge von bis zu sechshundert Metern Länge. Ein Südwind hatte sie an diesem Tag tief in den Fjord zurückgedrückt, was die Anfahrt verlängerte — und die Fahrt trotzdem lohnte. Zwergwale zeigten sich, zu schnell, um ihnen zu folgen. Am Fjordausgang liegt die Sermilik-Station der Universität Graz, wo zum Klimawandel und seinen Folgen für die Fischbestände geforscht wird. Von dort führte die Wanderung entlang eines Flusses, der einem See auf dreihundert Metern Höhe entspringt.
In Tasiilaq organisierte unser Kontaktmann einen Trommeltanz — einen einheimischen Chor und einen sehr erfahrenen Tänzer. Man merkt solchen Aufführungen an, ob sie für Gäste gemacht sind oder aus eigenem Antrieb geschehen; diese gehörte zur zweiten Sorte. Vorher waren uns die Schlittenhundewelpen begegnet, die an unseren Schuhen prüften, wer da gekommen war. Zurück an Bord blieb die Sauna und der Sprung ins polare Wasser. Kurz vor der Nachtruhe standen dann die Polarlichter über dem Fjord und über der Stadt — weiße und grüne Vorhänge.
Die Anreise selbst ist schon Teil der Sache: erst nach Island, dann mit einer kleinen Propellermaschine weiter nach Ilulissat, viertausendfünfhundert Einwohner, nördlich des Polarkreises, mit einem Eisfjord, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Am Ankunftstag lag die Stadt unter tiefen Wolken und Nieselregen bei sechs Grad. Im Lauf des Nachmittags riss es auf. Für einige an Bord war es die erste Reise mit der Cape Race, für andere die dritte oder fünfte.
Häufige Fragen
Gibt es deutschsprachige Grönland-Reisen mit kleinen Schiffen?
Ja. Die MS Cape Race mit zwölf Gästen fährt deutschsprachig und ist in Deutschland exklusiv über Leguan Reisen buchbar. Daneben fahren die MS Plancius mit 108 und die MS Sea Spirit mit 114 Gästen deutschsprachige Termine.
Wer veranstaltet die deutschsprachigen Reisen der MS Cape Race?
Reiseveranstalter für den deutschsprachigen Raum ist die Leguan Reisen GmbH aus Frechen bei Köln. Schiffseigner ist die Cape Race Corporation, die das Schiff über den mareverlag in Hamburg betreibt. Buchung, Beratung und Reiseunterlagen laufen für Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über Leguan Reisen.
Ost- oder Westgrönland – wo gibt es mehr deutschsprachige Reisen?
In beiden Gebieten. Ostgrönland mit dem Scoresbysund und dem Sermilik-Fjord wird überwiegend von kleinen Schiffen gefahren, darunter die deutschsprachige MS Cape Race. Westgrönland mit der Diskobucht und Ilulissat hat mehr Termine insgesamt, weil dort auch die größeren Expeditionsschiffe verkehren.
Wann ist die beste Reisezeit für Grönland?
Der arktische Sommer von Juni bis September. Dann sind die Fjorde eisfrei genug für Anlandungen, und im Juni und Juli herrscht Mitternachtssonne. Im September färbt sich die Tundra, die ersten Nordlichter erscheinen, und die Eisberge stehen ruhiger im Wasser — das ist die Zeit für Fotoreisen.