Uummannaq-Fjord
Ein tiefes Fjordsystem nördlich der Diskobucht, in dem der Store-Gletscher Eisberge von einer Größe entlässt, wie sie nur wenige Fjorde hervorbringen.
Warum die Eisberge hier so groß sind
Für wirklich große Eisberge braucht es eine Gletscherfront, die in mehr als 500 Meter tiefem Wasser endet — nur dann kann ein Stück in ganzer Höhe abbrechen und auch über Wasser hoch aufragen. Der Uummannaq-Fjord bietet diese Tiefe. Der Store-Gletscher an seinem inneren Ende gehört zu den Fronten, an denen solche Abbrüche tatsächlich stattfinden.
Ob man hinkommt, entscheidet das Eis
Genau die Produktivität dieser Gletscher füllt den Fjord davor mit Eis. Nicht in jedem Jahr lässt sich bis zum Store-Gletscher vordringen; in manchen Sommern ist der Fjord zu voll. Auch eine hohe Eisklasse hilft dort nur begrenzt — vor wirklich großen Eisbergen halten auch Eisbrecher Abstand, weil ein drehender Unterwasserausläufer ein Schiff anheben kann.
Der Ort
Uummannaq liegt auf einer kleinen Insel unter einem 1.170 Meter hohen Berg, dessen herzförmige Doppelspitze dem Ort seinen Namen gab. Rund 1.400 Menschen leben dort, überwiegend vom Fischfang. In der Nähe wurden 1972 die Mumien von Qilakitsoq gefunden — acht rund 500 Jahre alte, durch die Kälte erhaltene Körper, heute im Nationalmuseum in Nuuk.
Häufige Fragen zu Uummannaq-Fjord
Warum entstehen im Uummannaq-Fjord so große Eisberge?
Weil die Gletscherfronten dort in mehr als 500 Meter tiefem Wasser enden. Nur dann kann ein Stück über die volle Höhe abbrechen und auch über Wasser hoch aufragen — bei Eis liegen sieben Achtel bis neun Zehntel unter der Oberfläche.
Kommt man immer bis zum Store-Gletscher?
Nein. In manchen Sommern ist der Fjord davor zu voll mit Eis. Auch eine hohe Eisklasse hilft dort nur begrenzt, weil vor sehr großen Eisbergen ohnehin Abstand zu halten ist.
Was sind die Mumien von Qilakitsoq?
Acht rund 500 Jahre alte, durch Kälte und Trockenheit erhaltene Körper, 1972 unweit von Uummannaq gefunden. Sie gehören zu den bedeutendsten archäologischen Funden Grönlands und liegen heute im Nationalmuseum in Nuuk.