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◆ Notizen aus hohen Breiten

Neuland in Westgrönland: dreizehn Plätze, an denen vorher kein Expeditionsschiff war

Dreizehn Plätze in acht Wochen, an denen laut AECO-Register kein anderes Expeditionsschiff war. Andreas Umbreit über das Reisen abseits der Katalognamen, die vermutlich ältesten Gesteine der Erde und...

Lesezeit 15 Minuten
Thema Notizen aus hohen Breiten

In den ersten acht Wochen der Grönlandsaison 2026 steuerte die CAPE RACE dreizehn Plätze an, an denen laut dem Register der arktischen Expeditionsveranstalter zuvor kein einziges Mitgliedsschiff gewesen war — im Schnitt zwei pro Fahrt. Expeditionsleiter Andreas Umbreit über das Reisen abseits der Katalognamen, die vermutlich ältesten Gesteine der Erde und ein Buchungsverhalten, das ihn seit Jahren beschäftigt.

Notizen aus hohen Breiten — von Expeditionsleiter Andreas Umbreit

Kein wirkliches Neuland — und trotzdem etwas Neues wagen

In wirkliches Neuland stößt die CAPE RACE natürlich nicht vor, das ist auf der Erde kaum noch möglich. Und insofern ist die Bezeichnung „Expeditionskreuzfahrten" für diese Art von Reisen (nicht nur mit der CAPE RACE) etwas übertrieben — hierzu habe ich bereits einen eigenen Beitrag geschrieben. Aber was unsere Gäste sehr schätzen, ist, dass wir immer wieder Neues wagen, womit gleichzeitig für unsere Reisenden der spannende Nebeneffekt verbunden ist, dass wir auf unseren Reisen kaum anderen Touristenschiffen begegnen, denn die meisten von ihnen halten sich eher an die bekannten Standardziele.

Blick von einer Wanderung an Land hinunter auf die vor der Küste Westgrönlands ankernde MS CAPE RACE
Rückblick auf die CAPE RACE von einer neuen Wanderung ins Unbekannte. Foto: Andreas Umbreit

Acht neue Plätze — und dann noch einmal dreizehn

In den ersten acht Wochen der Grönlandsaison steuerten wir zum einen acht Plätze an, die zumindest für die CAPE RACE neu waren, wo aber schon mindestens einmal ein anderes Schiff aus der Vereinigung der Arktis-Expeditionsreisenveranstalter in den letzten Jahren gewesen war, oder wo wir schon früher mit der CAPE RACE gelandet waren, aber 2026 dort neue Wanderrouten probierten: zum Beispiel zu einem spektakulär aus einem Gletscher herausbrechenden Wasserfall im Evighedsfjord, oder der erstmalige Aufstieg auf das Gletschereis mit einer Gästegruppe ebenfalls im Evighedsfjord, was durch das Zurückweichen des Eises erstmalig gut machbar war.

Gästegruppe der CAPE RACE am Rand des Gletschers im Evighedsfjord in Westgrönland
Erstmalig gelang es uns 2026, bis aufs Eis dieses Gletschers mit einer Gästegruppe zu gelangen. Foto: Andreas Umbreit

Und dann kamen in der ersten Hälfte der Grönlandsaison 2026 sogar dreizehn neue Plätze hinzu, wo in den letzten Jahren (seit der Einführung des entsprechenden Registers) kein einziges der AECO-Schiffe gewesen war — pro Fahrt also im Durchschnitt zwei solcher völlig neuer Orte. Natürlich waren wir wahrscheinlich nicht die ersten Menschen, die dort ankerten oder an Land gingen: einheimische Fischer und Jäger waren wahrscheinlich schon vor uns dort gewesen (oder wir begegneten dort sogar einem kleinen Fischerboot), manchmal waren die Fjorde dorthin schon vermessen, also zumindest ein Vermessungsschiff bereits dort gewesen, oder vielleicht auch Wissenschaftler an Land unterwegs gewesen, vielleicht sogar die eine oder andere Yacht.

Aber die Küsten Grönlands sind so endlos lang und der dortige Tourismus ist noch immer so begrenzt, dass es gute Möglichkeiten gibt, weit abseits der in den Katalogen oder Reiseführern angepriesenen Standardziele tolle Plätze zu entdecken, die wir ganz allein für uns haben und wo teilweise noch nie ein größeres touristisches Schiff gewesen ist. In den ganzen ersten acht Wochen der Grönlandsaison 2026 begegneten wir daher abseits der Start- und Endhäfen nur an einem einzigen Tag einem anderen Expeditionskreuzfahrtschiff sowie zwei Yachten in der Nähe eines von uns angesteuerten Platzes.

Im Juni noch teilweise zugefrorener Bergsee in der Tundra Westgrönlands
Dieser im Juni noch teils zugefrorene Bergsee wurde trotz seiner Schönheit offenbar noch nie von Gästen eines der AECO-Schiffe vor uns besucht. Foto: Andreas Umbreit

Das Buchungsparadox: bekannte Namen schlagen gute Plätze

Dass diese Art von Exklusivität in Grönland noch möglich ist — und dies sogar mit faszinierenden Plätzen, die sich in keinem Katalog finden —, übersteigt offenbar oft sogar das Vorstellungsvermögen etlicher Gäste, die zwar eigentlich genau diese Exklusivität schätzen, bei der Buchung aber oft eher Reisen wählen, in deren Beschreibungen möglichst viele der bekannten Namen auftauchen, während tolle Reisen, in deren Beschreibung wenig Bekanntes genannt wird, oft schwächer gebucht werden — und das ist schade: denn genau auf diesen Reisen ins Unbekannte gibt es oft die größten Aha-Erlebnisse.

Als ich etwa letztes Jahr auf einer unserer Fahrten in Südostgrönland fragte, warum genau diese Reise gebucht wurde, kam unter anderem die Antwort: „weil in der Beschreibung der Prinz-Christian-Sund genannt wurde, und der ist ja so bekannt." Durch den sind wir dann auch gefahren — aber nach der Frage am Ende der Reise, welches denn nun die besten Plätze gewesen wären, die wir angesteuert hatten, tauchte der Sund in keiner einzigen Antwort auf, sondern vorwiegend Plätze, von denen keiner der Gäste (und teils auch niemand in unserem Team) vorher jemals gehört hatte, eben weil wir einerseits ein bisschen Expedition wagen, und andererseits genug Arktiserfahrung mitbringen, um allein aus dem Karteneindruck Plätze auswählen zu können, die gleichzeitig spannend und unbekannt sind.

Wolkenhimmel spiegelt sich in einem stillen Bergsee an einer neuen Wanderroute in Westgrönland
An einer der neuen Wanderrouten spiegelt sich der Wolkenhimmel im Wasser. Foto: Andreas Umbreit

Was auf solchen Plätzen zu finden war

Solche neuen Plätze können alles Mögliche sein — hier einfach ein Rückblick in Bildern auf derartige neue Orte aus den ersten acht Wochen der Grönlandsaison 2026: Wanderungen durch abwechslungsreiche, einsame arktische Landschaft, ein unglaublich schöner Bergsee, die möglicherweise ältesten Gesteinsschichten der Erde (die gleichzeitig in ihrer Farbigkeit und Struktur auch für Nichtgeologen reizvoll waren), die Kargheit einer geradezu marsartigen bergigen Wüstenlandschaft (wären da nicht auch Meer und ein paar Eisberge mit im Bild), Aufstiege neben spektakulären Gletscherfronten, „lost places" in Form aufgegebener winziger Siedlungen oder gescheiterter Versuche des Abbaus von Bodenschätzen, unsere erfolgreiche Suche nach einer der wichtigsten Quellen von dem seltenen metamorphierten Silikatschiefer, aus dem große Teile der Saqqaq-Kultur (2400–800 v.u.Z.) und Dorset-Kultur (500 v.u.Z. bis ca. Anfang 11. Jh.) über hunderte von Kilometern ihre scharfklingigen, haltbaren Steinwerkzeuge fertigten, oder völlig abseits des Tourismus liegende Abbruchfronten für besonders gigantische Eisberge.

Nicht mitgezählt, aber genauso eindrucksvoll: eine unglaubliche Lichtstimmung, wenn man mitten in der Nacht mal an Deck steht, oder der gar nicht so große, dafür mystisch aus dem Nebel auftauchende Eisberg, in dem das Gesicht samt Auge eines grönländischen Meeresgeistes gefroren zu sein scheint.

Aus Nebel auftauchender Eisberg in Grönland, dessen Form an ein Gesicht mit Auge erinnert
Kein neuer Platz, sondern irgendwo unterwegs blickt uns aus einem aus dem Nebel auftauchenden Eisberg das gefrorene Antlitz samt Auge eines grönländischen Meeresgeistes an. Foto: Andreas Umbreit
Karge, rötliche Bergwüste an der Küste Westgrönlands mit Eisbergen im Wasser
Ohne das Wasser und das Eis könnte diese 2026 erstmals angesteuerte Wüstengegend wohl auch im Bergland des Mars liegen. Foto: Andreas Umbreit
Verrostete Schienen führen zu einer aufgegebenen Fischfabrik in einer verlassenen Siedlung in Westgrönland
Auf diesen alten Gleisen rollt kein Fisch mehr in die aufgegebene Fischfabrik, und nur ein Teil der Häuser wird noch als Wochenendhütten von Einheimischen benutzt. Foto: Andreas Umbreit
Reste einer nach wenigen Jahren aufgegebenen Marmorgrube an der Küste Westgrönlands
Nur wenige Jahre dauerte der kurzzeitige Versuch, hier Marmor abzubauen. Foto: Andreas Umbreit

Was das AECO-Register ist — und warum die Zahl überprüfbar ist

Die AECO ist der Verband der arktischen Expeditionsreiseveranstalter (Association of Arctic Expedition Cruise Operators). Ihre Mitglieder melden jeden Landgang: welcher Platz, an welchem Tag, mit wie vielen Gästen. Aus diesen Meldungen entsteht ein gemeinsames Register der angelaufenen Plätze — ursprünglich als Naturschutzinstrument gedacht, damit sichtbar wird, wo Besuchsdruck entsteht und wo nicht.

Für einen Satz wie „dort war noch kein Mitgliedsschiff" ist dieses Register die einzige belastbare Grundlage, die es gibt. Es ist keine Aussage darüber, dass vor uns nie ein Mensch dort war — Fischer, Jäger, Vermessungsschiffe und Wissenschaftler tauchen darin nicht auf, und Andreas sagt das im Text auch ausdrücklich. Es ist die Aussage: im organisierten Arktistourismus hat diesen Platz vorher niemand angesteuert. Genau deshalb lässt sich die Zahl dreizehn überhaupt nennen, statt vage von „unberührten Buchten" zu sprechen.

Die vermutlich ältesten Gesteine der Erde liegen in Westgrönland

Dass ausgerechnet Grönland Gesteine von 3,8 bis 3,9 Milliarden Jahren hervorbringt, ist kein Zufall. Der Untergrund Westgrönlands gehört zum sogenannten Nordatlantischen Kraton, einem der ältesten stabilen Krustenblöcke der Erde. Weil dieser Block seit Milliarden Jahren weder von Gebirgsbildung zerrieben noch von Ozeanboden verschluckt wurde, liegt hier Material an der Oberfläche, das anderswo längst eingeschmolzen wäre. Der bekannteste Aufschluss dieser Art, der Isua-Grünsteingürtel nordöstlich von Nuuk, gilt seit den 1970er-Jahren als eine der wichtigsten Fundstellen für die Frühgeschichte des Planeten.

Farbig gebänderte, extrem alte Gesteinsschichten an der Küste Westgrönlands
Diese Gesteinsschichten sind nicht nur reizvoll farbenprächtig, sondern möglicherweise die ältesten bisher gefundenen Steine der Erde. Foto: Andreas Umbreit

Das Detail, das Andreas beschreibt, ist dabei das eigentlich Verblüffende: An diesen Sedimenten hält ein Magnet fest. Sie lagerten sich vor rund 3,8 bis 3,9 Milliarden Jahren auf dem Grund des ersten Ozeans ab — vorher war es auf der Erde zu heiß für flüssiges Wasser gewesen. In der Atmosphäre gab es damals noch kaum Sauerstoff, weshalb das enthaltene Eisen nicht oxidieren konnte. Es liegt bis heute in unoxidierter Form vor. Wer dort einen Magneten an den Fels hält, fasst im Wortsinn eine Atmosphäre an, die es seit über drei Milliarden Jahren nicht mehr gibt.

Magnet haftet an eisenhaltigem, unoxidiertem Sedimentgestein in Westgrönland
Als sich diese Sedimente vor ca. 3,8 bis 3,9 Milliarden Jahren auf dem Grund des ersten Ozeans ablagerten, gab es in der Atmosphäre noch kaum Sauerstoff — weshalb sie unoxidiertes Eisen enthalten, an dem der Magnet festhält. Foto: Andreas Umbreit

Saqqaq und Dorset: warum ein Gestein hunderte Kilometer weit wanderte

Die Saqqaq-Kultur (etwa 2400 bis 800 v.u.Z.) war die erste, die Grönland dauerhaft besiedelte; die Dorset-Kultur (etwa 500 v.u.Z. bis ins frühe 11. Jahrhundert) folgte ihr. Beide lebten ohne Metall. Alles, was schneiden musste — Messer, Schaber, Harpunenspitzen, Bohrer — bestand aus Stein, und nicht jeder Stein taugt dafür. Gebraucht wird Material, das beim Schlagen einen scharfen, gleichmäßigen Bruch bildet und nicht splittert.

Der metamorphierte Silikatschiefer, den Andreas nennt, ist ein solches Material — und er kommt nur an wenigen Stellen vor. Deshalb finden Archäologen Werkzeuge aus dieser einen Quelle über hunderte Kilometer verteilt: Das Gestein wurde abgebaut, weitergegeben, getauscht, transportiert. Ein Steinbruch dieser Art ist damit kein hübscher Fels, sondern der Ausgangspunkt eines Versorgungsnetzes, das über tausend Jahre funktionierte. Wer heute davorsteht, sieht die Abschläge noch am Boden liegen.

Steinzeitlicher Abbauplatz für metamorphierten Silikatschiefer in Westgrönland
Erstbesuch an einem der wichtigsten steinzeitlichen Fundorte für metamorphierten Silikatschiefer: aus dieser Quelle stammte ein Großteil der Werkzeuge der Saqqaq- und Dorset-Kultur. Foto: Andreas Umbreit

Warum das Eis neue Wege freigibt

Zwei der genannten Plätze verdanken ihre Zugänglichkeit unmittelbar dem Gletscherrückgang: der Aufstieg aufs Gletschereis im Evighedsfjord und eine Wanderroute, die vor wenigen Jahren noch unter Eis lag. Das ist die unbequeme Kehrseite dieser Beobachtungen — die neuen Routen entstehen, weil etwas verschwindet. Dieselbe Entwicklung hat auch eine kleine Anlandung an Kaskaden möglich gemacht, die spektakulär aus dem Gletschereis zum Fjord hinabstürzen und früher nicht erreichbar waren.

Neue Wanderroute in Westgrönland auf Gelände, das vor wenigen Jahren noch von Gletschereis bedeckt war
Noch vor wenigen Jahren wäre diese neue Wanderroute vom Gletschereis bedeckt gewesen … Foto: Andreas Umbreit
Seitlicher Blick von Land aus in eine nahe Gletscherabbruchfront in Westgrönland
… und bietet heute einen spektakulären seitlichen Blick in die nahe Gletscherfront. Foto: Andreas Umbreit

Warum ausgerechnet ein kleines Schiff an solche Plätze kommt

Dreizehn unregistrierte Plätze in acht Wochen sind keine Frage des Mutes, sondern der Bauart. Die MS CAPE RACE fährt mit zwölf Gästen. Ein Landgang bedeutet ein Zodiac und eine Gruppe — nicht acht Zodiacs im Pendelverkehr und eine Zeitplanung, die vorab feststehen muss. Wo ein Schiff mit 150 Passagieren eine geprüfte Landestelle, einen Wetterpuffer und eine gesicherte Wegeführung braucht, reicht hier eine Bucht, die auf der Seekarte plausibel aussieht.

Dazu kommt der Tiefgang: Viele der Fjorde, um die es hier geht, sind schlicht nicht durchgängig vermessen. Ein kleines Schiff kann sich mit Echolot und langsamer Fahrt hineintasten; ein großes darf das aus guten Gründen nicht. Und schließlich die Entscheidungsfreiheit — ein Programm, das nicht auf 150 Menschen und deren Anschlussflüge abgestimmt ist, lässt sich am Vorabend ändern, wenn das Satellitenbild etwas Besseres zeigt.

Wandergruppe der CAPE RACE oberhalb eines einsamen Bergsees in Westgrönland
Unterwegs auf einer neuen Wanderroute oberhalb eines einsamen Bergsees. Foto: Andreas Umbreit
Gäste der CAPE RACE auf einem kleinen Gipfel mit weitem Blick über eine Bucht in Westgrönland
In dieser Bucht waren wir schon früher — aber 2026 erstmalig auf diesem kleinen Gipfel mit umso spektakulärerem Blick. Foto: Andreas Umbreit
Nächtliche Lichtstimmung über dem Wasser, gesehen vom Deck der CAPE RACE in Westgrönland
Manchmal reicht es für eine unerwartete Erfahrung, einfach mal nachts an Deck zu sein und besonderes Licht zu genießen. Foto: Andreas Umbreit
Hoher Wasserfall an einer Steilküste in Westgrönland, vom Schiff aus gesehen
2026 kamen wir hier nur mit dem Schiff vorbei — aber vielleicht wird dieser spektakuläre Wasserfall ein neuer Landeplatz für die CAPE RACE in einem kommenden Sommer? Foto: Andreas Umbreit

Häufige Fragen

Wie viele wirklich neue Plätze hat die CAPE RACE 2026 angesteuert?

In den ersten acht Wochen der Grönlandsaison 2026 waren es dreizehn Plätze, an denen seit Einführung des AECO-Registers kein anderes Mitgliedsschiff gewesen war — im Durchschnitt zwei pro Fahrt. Dazu kamen acht Plätze, die für die CAPE RACE neu waren, an denen aber schon andere Schiffe gewesen waren.

Was ist das AECO-Register?

Die AECO (Association of Arctic Expedition Cruise Operators) ist der Verband der arktischen Expeditionsveranstalter. Ihre Mitglieder melden jeden Landgang mit Ort, Datum und Gästezahl. Daraus entsteht ein gemeinsames Register der angesteuerten Plätze, ursprünglich als Naturschutzinstrument. Es sagt nichts darüber aus, ob vorher Einheimische, Forscher oder Yachten dort waren.

Wo liegen die ältesten Gesteine der Erde?

In Westgrönland. Der Untergrund gehört zum Nordatlantischen Kraton, einem der ältesten stabilen Krustenblöcke der Erde; der Isua-Grünsteingürtel nordöstlich von Nuuk ist mit rund 3,8 Milliarden Jahren einer der bekanntesten Aufschlüsse. Weil in der frühen Atmosphäre kaum Sauerstoff war, enthalten diese Sedimente unoxidiertes Eisen, an dem ein Magnet haftet.

Wer waren die Saqqaq- und die Dorset-Kultur?

Die Saqqaq-Kultur (ca. 2400–800 v.u.Z.) besiedelte Grönland als erste dauerhaft, die Dorset-Kultur (ca. 500 v.u.Z. bis ins frühe 11. Jahrhundert) folgte. Beide arbeiteten ohne Metall. Ihre Werkzeuge aus metamorphiertem Silikatschiefer stammen aus wenigen Abbaustellen und finden sich über hunderte Kilometer verteilt.

Warum begegnet man in Grönland so selten anderen Schiffen?

Weil die Küstenlinie extrem lang und der Tourismus klein ist — und weil die meisten Schiffe dieselben bekannten Ziele anlaufen. Die CAPE RACE traf in acht Wochen abseits der Start- und Endhäfen nur an einem einzigen Tag ein anderes Expeditionsschiff sowie zwei Yachten.

Warum kommen kleine Schiffe an Plätze, die große nicht erreichen?

Weil zwölf Gäste einen einzigen Zodiac-Transfer bedeuten statt eines Pendelverkehrs, weil der geringere Tiefgang das Hineintasten in unvermessene Fjorde erlaubt und weil sich ein Programm ohne 150 Anschlussflüge kurzfristig ändern lässt, wenn das Satellitenbild eine bessere Gelegenheit zeigt.

Reisen, auf denen solche Plätze angesteuert werden

Termine mit der MS CAPE RACE in Grönland, zwölf Gäste an Bord:

Weiterlesen: Wie viel Expedition steckt in einer Expeditionskreuzfahrt? — Andreas Umbreit über vier Fuchsfallen und drei Gräberfelder, die im grönländischen Denkmalregister fehlten.


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