Die Weddell See und der Antarctic Sound sind geprägt von großräumigen Tafeleisberg, weitläufigen Meeresflächen und dichten Pinguinkolonien. Die Tafeleisberge entstammen nicht Küstengletschern, sondern Eisschilden – manche überragen die Ocean Explorer, einige erreichen die Ausmaße eines Fußballfeldes.
In der nordwestlichen Ecke der Weddell See zählen Pinguinkolonien Zehntausende von Vögeln. Adéliepinguine, Eselspinguine und Zügelpinguine sind hier zu beobachten. Ziel sind große Kolonien an Orten wie Brown Bluff, Paulet Island oder Tay Head. Die Weddell See ist weniger besucht als die Gerlache Strait – nicht aus Mangel an Reizen, sondern wegen ihres wechselnden Eises. Das Expeditionsteam verfolgt Karten und Vorhersagen, um Öffnungen im Eis zu nutzen. Meereis und Wetter bestimmen die Route.
Vom Zodiac aus lässt sich beobachten, wie Eis mit mehreren Kilometern pro Stunde durch enge Meerengen treibt. Auch Kajak-Ausflüge sind möglich. Die Region bietet gute Bedingungen für Vogelbeobachtung – Kap-, Schnee- und Riesensturmvögel sind häufig. Weddell-, Krabbenfresser- und Seeleoparden-Robben können an Land oder auf treibendem Eis angetroffen werden. Buckelwale und Zwergwale sind am häufigsten zu sehen, gelegentlich auch Orcas.
Die Weddell See ist historisch bedeutsam: Shackletons Endurance-Expedition und Nordenskjölds Reise mit der Antarctic sind hier verankert. Auf The Naze, Vega Island und Cockburn Island finden sich bis zu 60 Millionen Jahre alte Fossilien. Vulkanische Ablagerungen färben Stätten wie Brown Bluff in Rot-, Orange- und Brauntönen – ein Kontrast zur sonst von Weiß, Grau und Blau bestimmten Landschaft.